Interview

Heute im Interview: Martin Bachinger (DER UNRUHESTIFTER)

Red.: Martin, Du bist seit einigen Jahren aktiv als Musikkabarettist und Moderator tätig, wie bist Du dazu gekommen und inwieweit stiftest Du auch ausserhalb der Bühne Unruhe?

(Lacht) „Fernab der Bühne… naja ich versuche privat die Unruhe in Grenzen zu halten, eher im Gegenteil, je näher der 40er rückt, desto mehr geniesse ich es mehr und mehr, auch einmal in der Natur abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen. Man wird schon ruhiger. Mein grosser Traum war es schon in meiner Kindheit eigentlich, als Pausenclown in der Schule damals, einmal mit eigenen komisch-schrägen Liedern auf der Bühne zu stehen. Allerdings war ich ein Spätzünder und hätte nicht geglaubt, dass das noch was wird. Der Urknall war dann im 2011er Jahr, wo ich im KUK Theater unter Tom Pohl erstmals eigene Parodien vor Publikum gespielt habe und auch von Jürgen Heib, dem damaligen Leiter des KUK und von MoMo Pesendorfer, einer Tanzpädagogin sehr unterstützt wurde.“

 

Red.: Wie erarbeitest Du Dir die Kabarett Programme? Durch wen lässt Du dich inspirieren?

„Es ist ein langer Prozess bis so ein Abend uraufgeführt werden kann… Viele Texte stammen noch aus der Zeit wo ich Taxifahrer war, da siehst Du so einiges, da kriegst Du wahre Inspirations- Injektionen fast täglich. Es ist tatsächlich so , daß viele Texte im Taxi während der Stehzeiten entstanden sind, wieder andere im Urlaub am Strand. Wobei mir das Texten leichter fällt als das Komponieren. Zuhause im Kämmerlein, wo ich die Halbplaybacks dann vorproduziere, da leide ich manchmal wie ein Hund, wenn mir zu einer lustigen Textzeile nicht der richtige Groove gelingt, das muss ja auch alles zusammenpassen punkto Versmass, daß das Ganze dann auch live singbar wird. Naja und dann erst beginne ich die Show zusammenzubauen, wie ein Puzzle, und versuche durch lustige Moderationen einen roten Faden zu finden, im aktuellen Stück zum Thema Guru…

 

REd.: Schaust Du Dir privat auch Kabarett an und wer sind da Deine grossen Vorbilder?

Ja , schon, aber immer seltener. Komischerweise. Meine grossen Heroes bringen nicht mehr so viel raus oder gehen schon auf die Pension zu und die Newcomer sind mir nicht alle so geläufig… Von den jungen gefällt mir der blonde Engel am Besten. Aber meine Vorbilder , deren Programme ich als Jugendlicher teilweise auswendig mitsprechen konnte waren zweifellos Lukas Resetarits, Josef Hader, auch der Düringer bevor er zum Weltverbesserer geworden ist… Aber meine eigentliche Lieblingsband war (und ist) immer noch die EAV. Ich liebe einfach die schräge Bühnenshow, und Musik ist bei meinen Stücken halt schon auch ein wichtiges Element, wenngleich auch meist als Transportmittel für die Message. Message ist mir schon auch wichtig, nicht nur reiner Klamauk. So reine Witzeerzähler sind mir ein Gräuel, das geht mir nach der dritten Pointe schon auf den Nerv, wie ein warmer Buh…

 

Red.: Du moderierst auch bei Radio Fro einmal monatlich „die Unruhestifter“. Was ist die Idee hinter der Radiosendung?

DIe Uridee war im Grunde einfach auszuprobieren. Ein Medium zu haben, um eigene Ideen über den Äther zu schicken. Nonsens pur in Reinkultur, damals noch mit Madro Wimmer an meiner Seite, der am Mischpult saß, weil ich keine Ahnung von der Technik hatte. Mit der Zeit wurde die Sendung aber immer mehr auch zur Vernetzung heimischer Nachwuchskünstler, denen ich gern die Möglichkeit biete, in meine Sendung zu kommen, live zu spielen, oder ihre Geschichte zu erzählen bzw. Promotion zu betreiben für ihr Projekt, ihre Band etc… Mittlerweile haben wir eine Warteliste von Anfragen, weil wir ja nur einmal im Monat senden… Stefan Thuma, mein neuer CO Moderator, hat auch alle Hände voll zu tun, die Sendungen zu planen, er ist ja da mehr der Typ mit dem Konzept, ich mach meine Moderationen eher spontan , so ergibt sich eine ganz knackige Moderationsdynamik glaub ich.

Red.: Wenn jemand nun Interesse hat, zu Euch in die Sendung zu kommen , oder mehr über den Unruhestifter zu erfahren, wo kann er sich hinwenden?

Wünsche, Beschwerden, Erregungen jederzeit an balko@gmx.at oder schaut einfach mal auf meine Homepage www.unruhestifter.at . Oder probiert eine Flaschenpost, ich bin eh öfter bei der Donau nachschaun.

Red.: Danke für das Interview